Im Norden nichts Neues

Hamburger Gerichtsurteil sorgt für Irritationen

Dass man sich sogar von „nicht sichtbaren Inhalten“ distanzieren kann, lässt sich auf einem cuxhavener Blog erstaunt zur Kenntnis nehmen. Hintergrund ist das berühmt berüchtigte Urteil des Hamburger Landgerichts vom 12. Mai 1998. Vor rund zehn Jahren entschied dieses Gericht, dass Betreiber einer Homepage für Links haften, die einen möglicherweise strafbaren Inhalt haben.

Allerdings, so war in juristischen Fachkreisen bald gängige Auffassung, könne wegen der bloßen Existenz eines Link auf einer Homepage keine Strafbarkeit begründet werden. Voraussetzung sei, dass der Link bewusst und gewollt in Kenntnis des strafrechtlich relevanten Inhalts gesetzt und aufrecht erhalten wird. Seit dem wird auf fast jeder deutschen Homepage eine Pauschaldistanzierung vermerkt.

Offensichtlich fühlten sich die Hamburger Richter „etwas“ missverstanden und präzisierten in ihrem aktuellen Urteil vom 27.04.2007 ihre alten Vorstellungen aus dem Jahre 1998. Betreiber von Foren, Blogs oder Gästebüchern stellen demnach ein „redaktionell gestaltetes Angebot“ zur Verfügung. Mit Rückgriff auf den Rundfunk- bzw. Medienstaatsvertrag, (hier § 54) sei deshalb eine „Pauschaldistanzierung“ nicht ausreichend. Der Betreiber hafte auch für Inhalte Dritter, sofern er sich nicht „konkret und ausdrücklich distanziert“. Konrad Lischke bei spiegel-online sah durch die „gnadenlose Richter“ eine unkalkulierbare Prozessflut auf die Betreiber zukommen und das web 2.0. gefährdet.

Blogs als Leserbrief-Redaktion definiert ?

Das die Medienmacher der Elbmetropole beim Thema Internet bisweilen orientierungslos wirken, ist nicht zu übersehen. Das scheint aber auch auf die hiesigen Juristen abzufärben. Offensichtlich glaubt man, dass Foren, Gästebücher aber auch Blogs eine technische Erweiterung für „Leserbrief-Redaktionen“ sind. Folgt man dieser Unterstellung, wundert es einen allergings, dass selbst Gepflogenheiten einer klassischen Leserbriefredaktion im aktuellen Urteil nicht berücksichtigt wurden. Dort ist es üblich, die Leser pauschal darauf zu verweisen, dass Leserbriefe nicht zwangsläufig die Meinung einer Redaktion wiedergeben.

Natürlich sind beispielsweise Blogs, bzw. eine ganze „Blogosphäre“ kein „redaktionelles Angebot“ im klassischen Sinne. Eher könnte man sie mit dem berühmten Hyde-Park in London vergleichen, ein elektronischer Volkspark, in dem sich die Besucher frei zur Schrift melden. Der wesentliche Charakter dieser auch als „Mitmach-2.0-Web“ bezeichneten Anwendungen ist gerade die Abwesenheit von „Leserbrief-Redakteuren“, die eine Auswahl eingesendeter Beiträge vornehmen oder gar „redaktionell gestalten“. Ganz zu schweigen von automatischen Trackback-Referenzen, von denen die Hamburger Richter sicher noch nie etwas gehört haben. Das auf solchen Plätzen bisweilen ordentlich „Dampf abgelassen“ wird, ohne dabei den Pressekodex des Deutschen Presserats unter dem Arm zu haben, versteht sich von selbst.

Verkannte das Hamburger Urteil das neue Telemediengesetz ?

Der Stuttgarter Jurist Carsten Ulrich bezweifelt auch schon, ob die Hamburger Richter bei der Frage zur Forenhaftung den Medienstaatsvertrag überhaupt hätten anwenden dürfen. Dieser wurde nämlich mit Wirkung vom 1. März 2007 durch das neue Telemediengesetz abgelöst. Nach Auffassung Ulrichs gibt es im geltenden Gesetz keine allgemeine Überwachungspflicht der Betreiber, um fremde Inhalte auf ihre Rechtmäßigkeit zu prüfen.

Vielleicht hätten sich die Hamburger Richter mit ihren Kollegen aus den Amtsgerichten verständigen sollen. Dort kann man nämlich ein garstig Lied von der Klagefreudigkeit in diversen Nachbarschaftsstreitigkeiten singen. Der Hamburger Rechtspolitiker Till Steffen fordert schon seit langem eine sogenannte „gerichtliche Mediation“. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt erklärte Steffen am 21. Juni 2007, “Diese von ausgebildeten Richtern geleiteten Vermittlungsverfahren, die einem normalen Prozess vorgeschaltet werden, sparen Zeit, Geld und entlasten die Justiz”. Bislang müssen in Hamburg die Gerichte Derartiges auf eigene Faust initieren. Die Justizbehörde lege die Hände in den Schoß.

Hamburg kein guter Gerichtsstand für Forenbetreiber

Möglicherweise wird die Hamburger Justizbehörde auch an dieser Stelle von der Wirklichkeit überholt. Zumindest kann man ja auch positiv annehmen, dass die sogenannten „social networks“ in Nachbarschaftsnetzen dazu beitragen könnten, Konflikte anders zu lösen, als mit Hilfe der Gerichte. Bei den bekanntlich klagefreudigen Deutschen, ein vielleicht sehr frommer Wunsch. Jurist Carsten zieht bis auf weiteres das Fazit, dass sich Hamburg einmal mehr für Portalbetreiber als schlechter Gerichtsstand erwiesen hat.

Tags: , , , , ,

Myspace will sich für Drittanbieter öffnen

germany-beta.gifDie Online-Kontaktbörse Myspace prüft die Öffnung für Angebote anderer Online-Firmen. Anbieter von Internetdiensten sollten ihre Leistungen direkt über Myspace offerieren können, sagte Chris DeWolfe, einer der Myspace-Gründer der Financial Times. Mit dem Strategiewechsel reagiere Myspace auf die aktuellen Erfolge des Mitbewerbers Facebook, so die Zeitung. Die vor allem von Studenten genutzte Kontaktbörse hatte im Mai angekündigt, ihre Seiten für Dienste externer Anbieter zu öffnen. Die Resonanz der Internetfirmen, die sich so einen einfacheren Zugang zu den 27 Millionen Facebook-Mitgliedern erhoffen, sei groß.

Quelle: heise online

Tags:

Kritik am Web 2.0 Hype

web20hype.jpgKonferenzteilnehmer der renommierten Supernova Conference 2007 in San Francisco haben Kritik am aktuellen Hype um das “Mitmach-Internet” geübt, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. IT-Theoretiker Nicholas Carr sagte, die Branche müsse sich “frei machen von der eng definierten Vorstellung von Innovation als Web 2.0″. Das Silicon Valley leide erneut unter einer “sehr engstirnigen Art von Einfallsreichtum”. “Kostenlose oder durch Anzeigen finanzierte Dienste werden nicht die neue Ära definieren”, warnte Carr.

Quelle: heise online

Tags: ,

MySpace startet MySpace TV

myspace logoYouTube bekommt ernsthafte Konkurrenz von MySpace. Seit dem heutigen Donnerstag (28.06) sollen auf der Plattform MySpace neben Nutzerfilmen auch legale Videos von Fernsehsendungen zu sehen sein. Dies berichtet chip online nach einer Meldung der New York Times.

kamera.jpgPartner von Myspace ist Sony, die die Minisodes liefern. Zunächst sollen fünfminütige Versionen amerikanischer Sitcoms wie “Silver Spoon” und “Diff’rent Strokes” gezeigt werden. Geplant sind auch Inhalte von NBC Universal und Fox. Wie MySpace gehören diese beiden Sender zum Medienkonzern von Rupert Murdoch.

Tags: , , ,

Neues web 2.0 Nachrichtenportal bei stern.de

tausendreporter.jpgHamburg (ots/sti) - Unter www.tausendreporter.de hat stern.de am heutigen Donnerstag (28.06.) ein neues Web 2.0-Tool gestartet. “Mit tausendreporter.de startet stern.de eine innovative News-Community, in der die Nutzer das Nachrichtengeschehen selbst mitbestimmen und interessante Web-Inhalte diskutieren können”, sagte stern.de-Chefredakteur Frank Thomsen gegenüber ots. Die Community soll eine Ergänzung zum journalistisch-redaktionellen Angebot von stern.de darstellen.

User können interessante Nachrichten, die sie im Internet gelesen haben und für relevant halten, einstellen, kommentieren und anderen Usern weiterempfehlen. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, mit dem Vote-Button, der neben jeder Nachricht steht, über die von anderen Usern eingestellten Meldungen abzustimmen und diese zu kommentieren.

Dadurch soll eine Nachrichtenhierarchie entstehen, bei der Nutzer selbst bestimmen, welcher Beitrag aus ihrer Sicht wichtig ist. Je mehr Votes eine Nachricht bekommt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie prominent auf der Homepage platziert wird.

Die am häufigsten gewählten Nachrichten erscheinen auf der Startseite von Tausendreporter und bilden so die wichtigsten Schlagzeilen des Tages. Tausendreporter bietet den Usern außerdem die Chance zur Interaktion: So können sie sich untereinander über die aktuellen Nachrichten austauschen und Inhalte aus dem WEB diskutieren.

Tags: ,

dukudu für 43.208 Euro verkauft

Das Bietergefecht um den Mikroblogging-Dienst “dukudu” ist vorbei. Dies berichtet “deutsche-startups.de” am heutigen Mittwoch (27.06.). Nach Informationen des blogs fiel der Hammer bei 43.208 Euro. Den Zuschlag soll die allesklar.com AG erhalten haben. Die Siegburger wollen mit “dukudu” ihr Mobilangebot erweitern. Neben allesklar.com hatten auch “Frazr” und “wamadu” Interesse an “dukudu”.

Tags: , , ,

dukudu.de - Start der Bereinigung 2.0?

von Matthias Lienau

matthi.jpgGestern wurde es im Blog der Gründer offiziell bekannt gemacht, die Meldung geht hier und da ein wenig rum, aber so richtig angekommen ist sie bislang offenbar bei den Wenigsten: Das kleine deutsche Web 2.0-Startup mit dem Microblogging-Dienst dukudu.de verabschiedet sich, bevor es überhaupt richtig losgelegt hat. Exit-Strategie: Verkauf bei ebay. Gründe: Finanzielles und Privates. So lässt es zumindest das Firmen-Blog der dukudu-Gründer verlauten. Jens Kunath will es irgendwie schon gewusst haben. Oder anders ausgedrückt: Er will gewusst haben, warum er sich an diesem Unternehmen nicht beteiligt hat, auch wenn die dukudu-Jünger ihm vor nur wenigen Monaten einen durchaus beachtenswerten Business-Plan zugesandt haben. So nennt Kunath in seinem Blog-Eintrag zum dukudu-Verkauf einige Schwachstellen, welche er im Geschäftsmodell ausgemacht haben will.

Nun lässt sich ausgiebig über das Potential von Twitter-Klonen streiten. Fest steht jedoch: Hier wird eine verhältnismässig große Zielgruppe für moderne Messaging-Dienste (und das, was in Zukunft erst daraus entstehen wird) gewonnen. Fest steht andererseits: Es gibt bereits mehrere Twitter-ähnliche Dienste auf dem deutschen Markt und alle diese Klone werden mit Sicherheit nicht überleben. Aber, moment mal! Wir befinden uns doch eigentlich gerade in der Phase höchster Investitionsbereitschaft: Die VC-Gelder sitzen locker wie lange nicht mehr, die Wirtschaft im Aufschwung, der Begriff “Web 2.0″ lässt immer noch die Herzen höher schlagen oder regt zu abendfüllenden Diskussionen an, große Beteiligungs-Gesellschaften gestandender Medien-Konzerne kaufen was das Zeug hält, um “diesmal” rechtzeitig das Feld zu bestellen.

Oder ist diese Meldung ein Indikator für den - diesmal verhältnismässig frühen Anfang - des notwendigen Bereinigungs-Prozesses? Möglicherweise. Vielleicht ist es aber auch ein Indikator für die Blauäugigkeit mancher Gründer, die in dem umunstösslichen Glauben leben, der VC und das nötige Geld rollten ganz von alleine rein. Fehlte da möglicherweise die richtige Beratung? Vielleicht ist es aber auch einfach Cleverness. Vielleicht schwirren in deren Köpfen bereits neue und noch nicht kopierte Ideen rum und dafür fehlt jetzt gerade das nötige Kleingeld. Denn fest steht auch: Das aktuelle Gebot bei ebay liegt jetzt, 6 Tage vor Gebotsende, bei EUR 15.000!

Es darf spekuliert werden.

Tags: , ,

dukudu steht zum Verkauf

dukudu LogoHamburg (sti) - Der Mikroblogging-Dienst “dukudu” steht bis zum 27. Juni 14:22 bei ebay zum Verkauf. Am heutigen Vormittag (21.06.) lag das aktuelle Angebot bei 9.000 Euro.

“Mit ‘dukudu’ wollten wir die Welt verbessern, aber meistens kommt es anders als man denkt”, heißt es im Unternehmensblog. Vor allem fehlte dem Projekt das Kapital um ‘dukudu.de’ am Markt einzuführen und zu platzieren, heißt es weiter. Gegenüber “deutsche-startups.de” erklärte Mitbegründer Christian Reder, das Team habe beschlossen sich zu trennen. Dies sei letztendlich auch der Hauptgrund für das Ende von “dukudu”. Wäre das Team zusammen geblieben, wäre versucht worden das Projekt auch ohne Investor durchzuziehen, erklärte Reder.

Aus Bloggerkreisen wurde bereits die Frage gestellt, ob die Unternehmensführung etwas zu blauäugig war oder ob es sich bereits um den Anfang eines Bereinigungsprozesses der WEB 2.0-Welle handele.

Quelle: http://www.dukudu.de/blog/

Tags: , ,