dukudu.de - Start der Bereinigung 2.0?
von Matthias Lienau
Gestern wurde es im Blog der Gründer offiziell bekannt gemacht, die Meldung geht hier und da ein wenig rum, aber so richtig angekommen ist sie bislang offenbar bei den Wenigsten: Das kleine deutsche Web 2.0-Startup mit dem Microblogging-Dienst dukudu.de verabschiedet sich, bevor es überhaupt richtig losgelegt hat. Exit-Strategie: Verkauf bei ebay. Gründe: Finanzielles und Privates. So lässt es zumindest das Firmen-Blog der dukudu-Gründer verlauten. Jens Kunath will es irgendwie schon gewusst haben. Oder anders ausgedrückt: Er will gewusst haben, warum er sich an diesem Unternehmen nicht beteiligt hat, auch wenn die dukudu-Jünger ihm vor nur wenigen Monaten einen durchaus beachtenswerten Business-Plan zugesandt haben. So nennt Kunath in seinem Blog-Eintrag zum dukudu-Verkauf einige Schwachstellen, welche er im Geschäftsmodell ausgemacht haben will.
Nun lässt sich ausgiebig über das Potential von Twitter-Klonen streiten. Fest steht jedoch: Hier wird eine verhältnismässig große Zielgruppe für moderne Messaging-Dienste (und das, was in Zukunft erst daraus entstehen wird) gewonnen. Fest steht andererseits: Es gibt bereits mehrere Twitter-ähnliche Dienste auf dem deutschen Markt und alle diese Klone werden mit Sicherheit nicht überleben. Aber, moment mal! Wir befinden uns doch eigentlich gerade in der Phase höchster Investitionsbereitschaft: Die VC-Gelder sitzen locker wie lange nicht mehr, die Wirtschaft im Aufschwung, der Begriff “Web 2.0″ lässt immer noch die Herzen höher schlagen oder regt zu abendfüllenden Diskussionen an, große Beteiligungs-Gesellschaften gestandender Medien-Konzerne kaufen was das Zeug hält, um “diesmal” rechtzeitig das Feld zu bestellen.
Oder ist diese Meldung ein Indikator für den - diesmal verhältnismässig frühen Anfang - des notwendigen Bereinigungs-Prozesses? Möglicherweise. Vielleicht ist es aber auch ein Indikator für die Blauäugigkeit mancher Gründer, die in dem umunstösslichen Glauben leben, der VC und das nötige Geld rollten ganz von alleine rein. Fehlte da möglicherweise die richtige Beratung? Vielleicht ist es aber auch einfach Cleverness. Vielleicht schwirren in deren Köpfen bereits neue und noch nicht kopierte Ideen rum und dafür fehlt jetzt gerade das nötige Kleingeld. Denn fest steht auch: Das aktuelle Gebot bei ebay liegt jetzt, 6 Tage vor Gebotsende, bei EUR 15.000!
Es darf spekuliert werden.

